Hansestadt Wismar
 Die
schöne Hafenstadt Wismar, deren gesamter Altstadtkern unter Denkmalschutz
steht, gehörte von 1648 bis 1803 zu Schweden.
Als Brückenkopf zu anderen deutschen Besitzungen (den Bistümern
Bremen und Verden, Vorpommern mit Rügen, Stettin und Teile Hinterpommerns)
war sie für das Königreich von wichtiger Bedeutung.
Mit dem im Dreißigjährigen Krieg unter Wallenstein begonnenen
Ausbau entstand "die größte Festung Europas".
Auf der dem Hafen vorgelagerten Insel Walfisch wurde ein starkes Fort
errichtet. Ein mehrstöckiger Turm sicherte die Hafeneinfahrt, die
ständig bewacht war.
Die Festung wird 1715 von dänischen, preußischen und hannoverschen
Truppen belagert. Im April 1716 geben die Schweden auf. Sie verpflichten
sich, die Stadt niemals mehr zu befestigen. 1803 wurde Wismar für
100 Jahre an Mecklenburg verpfändet.
Im Jahr 1903 verzichtete Schweden auf die Stadt, die nun wieder deutsch
wurde.
Auf
dem Markt findet man eines der ältesten Bürgerhäuser, heute
ein Restaurant, das an die Schwedenzeit erinnert. Der 100 x 100 große
Marktplatz, der als Park- und Marktplatz genutzt wird, ist ein günstiger
Ausgangspunkt für einen Stadtbummel.
Mitten auf dem Marktplatz steht die Wasserkunst, ein
zwischen 1580 und 1602 entstandenes Wasserreservoir ("Wasserkunst"
war ursprünglich die Bezeichnung für mittelalterliche und nachmittelalterliche
Schöpf- und Pumpwerke). Eine Nixe und ein Nix spenden Wasser. Auch
wenn man heute wenig darüber nachdenkt - ein kostbares Gut zu allen
Zeiten.
Als es noch nicht aus dem Wasserhahn floss, war es für viele Städte
ein großes Problem, Wasser in ausreichender Menge und Qualität
zu beschaffen.
In Wismar wurde dieses Problem auf bemerkenswerte Weise
gelöst:: Gegen Ende des 16. Jahrhunderts ließen sie 6000 m
(6km!) Fichtenstämme aushöhlen. Diese wurden dann mit Metallmanschetten
zusammengefügt und zu einer Wasserleitung verlegt.
Diese führte von den Metelsdorfer Quellen bis zum Wismarer Marktplatz.
Das Wasser floss in einen Sammerbehälter, der von einem kunstvoll
geschmückten Pavillon überdacht und umschlossen wurde. Das Wasser
wurde nun von hier aus über ein weiteres Leitungssystem in die verschiedenen
Gebäude verteilt. Ca. 220 Häuser und 16 öffentliche Schöpfquellen
wurden auf diese Weise mit Trinkwasser versorgt.
Die Wasserkunst diente bis 1897 der Wasserversorgung der Stadt.
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