Usedom
Die
drei Seeheilbäder gehen nahtlos ineinander über.
Eine 10 km lange Strandpromenade verbindet die
"Kaiserbäder"
- sie nennen sich so in Erinnerung an ihre große Zeit, als Kaiser
Wilhelm II. mehrfach in Heringsdorf weilte.
Aus dieser Zeit stammen viele der prachtvollen Hotels und Villen im Stil
der Bäderarchitektur. Auf der 280 Meter ins Meer hinausragenden Seebrücke
von
Ahlbeck steht das einzige erhalten gebliebene
historische
Brückengebäude an der Ostseeküste.
Ahlbeck ist nicht nur einer der schönsten und elegantesten Ferienorte
auf der Insel Usedom, sondern auch das
östlichste Seebad
Deutschlands: Ohne größere Mühen kann man zu
Fuß das polnische Swinemünde erreichen. Direkt hinter der Grenze
beginnt ein großer Markt, der sogenannte Polenmarkt, der auf die
Kaufbedürfnisse der unzähligen deutschen Besucher eingerichtet
ist. Ahlbeck selber wurde um 1800 gegründet. Rund 50 Jahre später,
und zwar im Jahre 1852, fand die ersten Badesaison statt:
Ahlbeck
ist somit
eines der ältesten Seebäder an der
Ostsee. Zu den berühmten Besuchern dieses 3500 Einwohner
zählenden Seebads in Vorpommern zählt u. a. Kurt Tucholsky,
der 1922 als Badegast in Ahlbeck verweilte.
Hinter dem Namen Heringsdorf verbirgt sich das mondänste
der drei Usedomer Kaiserbäder. Heringsdorf ist nach Swinemünde
das älteste und vornehmste Seebad auf der Insel Usedom. 1818 wurde
der Ort als Fischerdorf angelegt. Schon sieben Jahre später, und
zwar im Jahre 1825, setzte der Badebetrieb ein. Bis zur offiziellen
Anerkennung als Seebad sollten allerdings noch ein paar Jahrzehnte ins
Land ziehen: Heringsdorf erreichte diese Anerkennung schließlich
1879. Heringsdorf in Vorpommern wurde schnell zum Tummelplatz
der Berliner Elite, die sich die Türklinke hier nacheinander
in die Hand gab.
Bansin ist das unbekanntere, aber nicht weniger schöne
Seebad der eleganten Seebäderkette. Auch das Ortsbild des Seebads
Bansin ist von jenen imposanten kaiserzeitlichen Villen
der Jahrhundertwende geprägt, die für Ahlbeck und Heringsdorf
ebenfalls charakteristisch sind. Bansin ist übrigens das jüngste
und kleinste der 3 Kaiserbäder auf der Insel Usedom: Als
Gründungsjahr der heute 2500 Einwohner zählenden Gemeinde
in Vorpommern gilt 1897. Ihr Kapital ist der schöne Strand.
Empfehlenswert in Bansin ist ein Spaziergang entlang der Bergstraße
der Strandpromenade und der 300 m langen Seebrücke: Dabei fällt
es nicht schwer sich vorzustellen, wie hier vor 100 Jahren fein geputzte
Damen und Herren der Berliner High Society flanierten: es begegnet einem
nicht der kunstlose Beton einer auf Kommerz betriebenen Bettenburgstadt,
sondern der luxuriöse Charme vergangener Tage, als hier Häuser
nur für eine reiche Minderheit gebaut wurden, die sich als einzige
einen Urlaub an der Ostsee leisten konnte.
Das Seebad Koserow, das sich an die Ausläufer
des Streckelsberg schmiegt, liegt an einer Landenge am mittleren Abschnitt
des Usedomer Ostseestrands. Rund 20 km beträgt der Abstand zum
jeweiligen Ende der zweitgrößten Ostseeinsel Deutschlands.
An Koserows eigenen Strand fügen sich 20 km ununterbrochener Sandstrand
sowohl nach Peenemünde in nordwestliche Richtung als auch nach
Ahlbeck in südöstliche Richtung an. Koserow ist ein Ort mit
Tradition auf der Insel Usedom: Schon 1347 wurde er erstmals
urkundlich erwähnt. Ältester baulicher Zeuge ist
die schöne Dorfkirche, die man im 13. u. 15. Jahrhundert errichtete.
Die unter Denkmalschutz stehenden Salzhütten
am Strand sind eine weitere kulturelle Attraktion für
alle Badegäste des Ortes, die erstmalig um 1850 in Koserow eintrafen.
Das Ortsbild ist bis heute einfach, sprich: dörflich, geblieben.
Das einstige Fischer- und Bauerndorf Ückeritz
liegt nicht direkt an der offenen Ostsee, sondern am Achterwasser, dem
von der Insel Usedom und dem Festlande eingeschlossenem Gewässer.
Der Weg von Ückeritz zur offenen Ostsee ist aber nicht weit: Im
Durchschnitt beträgt er 1 km.
Das auf hügeligem Land angelegte und von Wiesen und Wäldern
umgebene Seebad Ückeritz wurde 1270 erstmalig urkundlich erwähnt.
1893 schließlich trafen die ersten Touristen ein: Das waren freilich
nur drei. 1913 zählte man schon 1600 Badegäste, eine wesentliche
Erhöhung, die man der verbesserten Infrastruktur, sprich: einem
Eisenbahnanschluss, zu verdanken hatte. Auch die Zahl der Einwohner
ist im Laufe der Zeit angestiegen: Anfang des 20. Jahrhunderts betrug
sie 400, heute kann Ückeritz rund 1000 Einwohner aufweisen. Ückeritz
hat keine Seebrücke wie Heringsdorf, Bansin oder andere Orte auf
der Insel Usedom. Dafür entschädigen aber der schöne
breite Ostseestrand und die steil ansteigende
Küstenlandschaft, von der man eine herrliche Aussicht
auf das Meer und den Strand genießen kann.